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    Passwort sicher versenden: die Werkzeuge im Vergleich

    Ein Passwort per Mail oder Chat zu schicken heisst, es dauerhaft in fremden Postfächern und Verläufen liegen zu lassen. Diese Seite zeigt, was die gängigen Werkzeuge dagegen tun, worin sie sich unterscheiden und wo jedes von ihnen an seine Grenze kommt.

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    Die kurze Antwort

    Was sich wirklich unterscheidet

    Kurz gefasst: Jedes Werkzeug hier ist besser, als ein Passwort im Klartext zu verschicken. Die Unterschiede liegen darin, ob der Betreiber den Inhalt technisch lesen könnte, ob du auch etwas anfordern kannst und ob der Gegenüber ein Konto braucht. Wähle danach, welcher dieser Punkte in deinem Fall der wichtigste ist.

    Punkt für Punkt

    Jede Zeile sagt, was das jeweilige Werkzeug tatsächlich tut, nicht nur Haken oder Kreuz. Wo wir hinten liegen, steht das da.

    Kriterium OneTimeSecret Password Pusher Bitwarden Send Erseni Vault Verschlüsselung im Browser (Zero Knowledge) OneTimeSecret Serverseitig Der Betreiber hält den Schlüssel. Eine optionale Passphrase kann zusätzlich schützen. Password Pusher Serverseitig Der Inhalt wird auf dem Server verschlüsselt abgelegt, der Schlüssel liegt ebenfalls dort. Bitwarden Send Ja Bitwarden verschlüsselt im Client, der Schlüssel verlässt das Gerät nicht. Erseni Vault Ja AES-GCM-256 im Browser, der Schlüssel steht nur im Fragment der URL und erreicht den Server nie. Zugangsdaten anfordern statt nur senden OneTimeSecret Ablageseite auf eigener Domain Incoming Secrets seit Version 0.26.0 vom 19.07.2026: eine Ablageseite auf einer per DNS verifizierten Domain, deren Adresse man verteilt. Kein Anfordern bei einer bestimmten Person, und der Inhalt liegt serverseitig verschlüsselt. Password Pusher Ja, aber mit Serverschlüssel Password Pusher hat eine Anforderungs-Funktion. Sie nutzt denselben serverseitigen Schlüssel wie der Sendeweg, ist also nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt. Bitwarden Send Nein Bitwarden Send ist einseitig: du verschickst etwas. Einen Weg, jemanden um eine Eingabe zu bitten, gibt es nicht. Erseni Vault Ja, Ende-zu-Ende Anforderungs-Link an eine bestimmte Person. Deren Browser erzeugt lokal ein Schlüsselpaar (X25519), entschlüsseln kannst nur du. Ohne Konto nutzbar OneTimeSecret Zum Senden ja Für Incoming Secrets braucht der Einsammelnde ein Konto und eine verifizierte Domain. Password Pusher Ja Der öffentliche Dienst lässt sich ohne Registrierung nutzen. Bitwarden Send Nein Zum Erstellen eines Send brauchst du ein Bitwarden-Konto. Der Empfänger braucht keins. Erseni Vault Ja Senden und Anfordern gehen ohne Registrierung. Ein Konto bringt nur das Dashboard dazu. Einmal-Abruf und Selbstzerstörung OneTimeSecret Ja Kernfunktion des Dienstes. Password Pusher Ja Ablauf nach Zeit oder nach einer einstellbaren Zahl von Aufrufen. Bitwarden Send Ja Ablaufdatum und Löschung nach Abruf lassen sich setzen. Erseni Vault Ja Der erste Abruf löscht den Datensatz in derselben Datenbankoperation, mit der er gelesen wird. Quelloffen und selbst hostbar OneTimeSecret Ja Quellcode auf GitHub, selbst betreibbar. Password Pusher Ja Quellcode auf GitHub, selbst betreibbar, sehr verbreitet. Bitwarden Send Teilweise Der Bitwarden-Server ist quelloffen und selbst hostbar, nicht jedoch jeder Bestandteil des kommerziellen Angebots. Erseni Vault Ja Die Krypto-Komponente steht unter AGPL in einem öffentlichen Spiegel. Reife und Ökosystem OneTimeSecret Seit 2012 etabliert Lange am Markt und in vielen Teams eingeführt. Password Pusher Sehr grosse Nutzung Das Projekt nennt über 100 Millionen geteilte Secrets. Bitwarden Send Vollständiger Passwortmanager Apps für Desktop, Mobil und Browser, regelmässige externe Sicherheitsprüfungen. Erseni Vault 2026 gestartet, klein Nur im Browser, keine mobilen Apps, kein externer Krypto-Audit. Das ist die offene Flanke.

    Woran du dich beim Auswählen halten kannst

    Ehrlich abwägen

    Willst du nur gelegentlich ein Passwort verschicken und nutzt ohnehin schon einen der etablierten Dienste, bleib dabei. Der Wechsel lohnt sich dafür allein nicht.

    Arbeitet dein Team bereits mit Bitwarden, ist Bitwarden Send der kürzeste Weg, weil Konto und Apps schon da sind.

    Brauchst du oft Zugangsdaten von anderen, also die Gegenrichtung, ist genau das der Punkt, an dem sich die Werkzeuge unterscheiden. Lies dazu den Abschnitt darunter.

    Zählt für dich, dass der Betreiber den Inhalt technisch nicht lesen kann, bleiben nur die Werkzeuge mit Verschlüsselung im Browser.

    Die Gegenrichtung: Zugangsdaten anfordern

    Anfordern statt senden

    Fast alle Werkzeuge lösen dieselbe Hälfte des Problems: du hast ein Geheimnis und willst es loswerden. Im Alltag ist es aber oft umgekehrt. Du brauchst einen Zugang von einem Kunden, einem Kollegen oder einem Dienstleister, bittest per Mail darum, und die Antwort landet im Klartext in deinem Postfach. Damit ist nichts gewonnen. Bei Erseni Vault erzeugst du einen Anforderungs-Link und schickst ihn an die Person. Ihr Browser erzeugt lokal ein Schlüsselpaar, verschlüsselt die Eingabe damit und schickt nur das Chiffrat an uns; entschlüsseln kannst allein du. Der Gegenüber braucht kein Konto und keine Software. Password Pusher kann das ebenfalls, allerdings mit einem Schlüssel, den der Server hält; bei OneTimeSecret ist es eine Ablageseite auf einer eigenen Domain statt einer Anfrage an eine Person.

    Anforderungs-Link erstellen So funktioniert es

    Woher diese Aussagen stammen

    Quellen und Grenzen dieses Vergleichs

    Wir vergleichen gegen öffentliche Dokumentation und Quellcode und sagen dazu, wo wir etwas nicht selbst nachgeprüft haben. Produkte ändern sich: hängt deine Entscheidung an einem Detail von hier, prüfe es an der Quelle nach, bevor du dich darauf verlässt.

    Password Pusher auf GitHub Die Anforderungs-Funktion existiert, nutzt aber den serverseitigen Schlüssel des Sendewegs.

    OneTimeSecret auf GitHub Release 0.26.0 vom 19.07.2026 hat Incoming Secrets ausgeliefert.

    Bitwarden Send FAQ Beschreibt Konto-Pflicht beim Erstellen, Ablaufregeln und die clientseitige Verschlüsselung.

    Quellcode von Erseni Vault Die Krypto-Komponente hinter Senden und Anfordern, unter AGPL nachlesbar.

    Ausprobieren, bevor du dich entscheidest

    Verschicke jetzt ein Secret oder erzeuge einen Anforderungs-Link, ganz ohne Konto. Der Vergleich oben lässt sich leichter beurteilen, wenn du beides einmal benutzt hast.

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